Geschichte des Greyhoundrennen

1876 fand das erste Rennen hinter einem mechanischen Hasen in Hendon/England statt. Damals verfolgten die Greyhounds paarweise einen mechanischen Hasen über eine gerade Strecke von 400 Yards (ca. 365m). Wenige Tage später berichtete die "Times" darüber und das scheint die Geburtsstunde der kommerziellen Rennen zu sein. Owen Patrick Smith aus South Dacota/USA wird allgemein als Begründer des modernen Bahnrennens um 1912 anerkannt. Die erste zugelassene Greyhound-Rennbahn war die Rennbahn in Emmerville, Californien/USA, die 1912 eröffnet wurde.

Rennen unter Flutlicht fanden erstmals 1925 in Miami/USA statt und, ebenfalls in den USA,  die ersten Rennen in Hallenstadien wurden durchgeführt.

In England fand das erste offizielle Greyhound-Rennen in Bellevue/Manchester vor damals schon 1600 Zuschauern statt.

In den dreißiger Jahren wurden auf Rennbahnen in New York und New Jersey/USA Affen trainiert, um als Jockeys auf dem Rücken der Greyhounds zu reiten, Gott sei Dank hat man diese Versuche schnell wieder eingestellt.

Bei frühen Hürdenrennen führten damals auch Sprünge über Zäune und Wassergräben. Heute veranstalten nur noch England und Irland Hürdenrennen, wobei diese aber weniger als 1% aller Rennen ausmachen. Die Hürden sind "tierschutzgerecht" gebaut, damit die Verletzungsgefahr für die Hunde möglichst ausgeschlossen ist.

 

 

Greyhoundrennen

Der Greyhound ist die Hunderasse, die  international am meisten für den Rennsport eingesetzt wird. Er ist der schnellste und der zuverlässigste Sprinter unter den Windhundrassen, doch ob ihm das nur Gutes beschert hat  -es ist zu bezweifeln. Weil im Wettgeschäft viel Geld zu verdienen ist, sind die Greyhounds in einigen Ländern zu einer Art Massenware geworden, die leider auf den Rennbahnen verschlissen werden, das wollen und das dürfen wir nicht verschweigen. In diesen Ländern ist die einzige Aufgabe der Greyhounds, hoch trainiert, so oft es geht zu gewinnen. Solange sie also viel Geld verdienen, haben sie ein sehr gutes Leben. Erfüllen sie irgendwann diese Pflicht einmal nicht mehr, wartet im Alter von ca. vier Jahren auf einige der Tod, einige finden ein "privates" Zuhause und manche werden in "Zweitverwertung" nach Spanien geschickt und dort geht es ihnen dann besonders schlecht. Es spielt keine Rolle, ob die Hunde alt und gebrechlich, krank oder verletzt sind, sie müssen rennen... und ein Greyhound tut das auch -leider! Warum diese abscheuliche Tierquälerei von den europäischen Politikern, die sich doch sonst um jeden (sorry) "Mist" kümmern, nicht angeprangert und verboten wird, wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

Zum Glück für unsere Greyhounds floriert das Wettgeschäft auf dem restlichen europäischen Kontinent nicht so besonders. Es gibt zwar Tendenzen in Holland, Frankreich, Dänemark, Schweden, Tschechien und -wie schon angesprochen- Spanien, sog. Profibahnen zu bauen, es fehlen diesen "Greyfreunden" dazu jedoch die Gelder und die diesbezüglichen Zusagen aus Irland und England blieben bisher aus.

In Deutschland werden die Rennen ausschließlich von Amateuren veranstaltet! Es gibt keine Bahnen, wo man auf Hunde wetten kann. Dennoch, der Sport mit diesen herrlichen Tieren geriet auch hier in die Schlagzeilen. Uns allen sind noch die von einigen Medien reißerisch aufgemachten Bilder von verletzten Greyhounds in Irland und England in Erinnerung. Die ausgemergelten Hunde, die in spanischen  Wäldern an Bäumen hingen, mit den Hinterläufen gerade eben den Boden berührend, bis der Tod sie von diesen grausamen Qualen erlöst hat... -während ich diese Zeilen schreibe, stellen sich mir sämtliche Körperhaare auf und Wut steigt wieder in mir hoch.

Hierzulande werden Greyhoundbesitzer immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob der Sport mit ihren Hunden nicht doch Tierquälerei ist. Antwort: "Ein ganz klares N E I N!! Diejenigen, die ihre Hunde trainieren und auf Rennen laufen lassen, kann man gar als ganz besondere Greyhoundfreunde bezeichnen. Rennen in Deutschland sind nicht mit denen der o.g. Profirennen zu vergleichen! In Deutschland sind Besitzer und Hunde reine Amateure -auf deutschen Hunderennbahnen wird kein Geld verdient! Veranstalter, Besitzer, Teilnehmer und Zuschauer sind bisher eine kleine Gemeinschaft von Windhundfreunden. Vereinzelte Versuche von professionellen Buchmachern, deutschen Windhund-Rennvereinen Geld zu bieten, um deren Rennbahnen professionell zu nutzen und mit Wettgeschäften Geld zu verdienen, sind bisher Gott sei Dank gescheitert. Die weit überwiegende Zahl der Windhundsportler in Deutschland wollen für sich und ihre Hunde einfach nur Spaß am Rennen. Sie wollen ihren Hunden, die alle einen überaus stark ausgeprägten Hetzinstinkt haben, die Möglichkeit geben, ihrer Natur zu folgen -zu jagen und zu hetzen. Sie trainieren ebenfalls ihre Hunde zu "Hochleistungssportlern", aber alles im Rahmen ihrer strengen Regeln -Regeln, die sie sich selbst auferlegt haben.

So werden vor jedem Rennen die Hunde von einem erfahrenen (Bahn-)Tierarzt untersucht, der entscheidet letztendlich, ob ein Hund starten darf. Doping ist absolut verboten! Mit unangemeldeten Dopingkontrollen während der Rennen wird dies überprüft!

 

In Deutschland haben wir 23 stationäre Rennbahnen, von denen sieben Vereine eine Sandbahn betreiben, eine achte ist im Bau. Das Geläuf ist so angelegt, dass nach menschlichem Ermessen die Unfall- und Verletzungsgefahr für die Hunde so weit als möglich reduziert wird. Hier müssen die Sandbahnen aus Sicht der Greyhoundfreunde und -besitzer besonders hervor gehoben werden. Seit sich der Belag SAND bei einigen Rennbahnen durchgesetzt hat,  haben m. E. die Häufigkeit, sowie auch die Anzahl der schwereren Verletzungen bei Greyhounds abgenommen. Leider kann man Verletzungen nicht gänzlich ausschließen -aber das kann man wohl auch bei keiner Sportart!

Hunderennen ist ein ganz normales Hobby wie etwa Egility. Beute hetzen liegt allen Windhunden im Blut. Diesen Trieb können sie in unseren Breiten eigentlich nur noch auf den Rennbahnen ausleben, indem sie dem künstlichen Hasen nachjagen. Ich kenne niemanden, der nicht der Fastzination  eines auf der Rennbahn dahindonnernden Sechserfeld Greyhounds erlegen ist.

 

 

Kurven-Trick macht Hunde schnell  (aus "Der Spiegel")

Laufende Menschen müssen vor einer Kurve abbremsen -oder sie fliegen aus der Bahn. Hunde dagegen können immer mit vollem Tempo rennen, egal ob geradeaus oder um die Kurve. Forscher haben jetzt herausgefunden, wie sie das machen.

Wenn Athleten in einer Arena um Medaillen laufen, geht es nicht ganz fair zu. Für Sprinter auf den inneren Bahnen ist der Kurvenradius kleiner als für Sportler, die weiter außen laufen. Je enger aber eine Kurve ist, desto größer ist die Zentripetalkraft, die Läufer aufbringen müssen, um durch die Fliehkraft nicht zu weit nach außen getragen zu werden. Vereint erhöhen Flieh- und Schwerkraft das empfundene Körpergewicht des Athleten.

Um nicht einfach wegzurutschen, muss der Läufer den Bodenkontakt seiner Füße erhöhen: Er muss in Kurven öfter auftreten als auf einer geraden Laufstrecke, wodurch sich seine Geschwindigkeit verringert. Alan Wilson und Jim Usherwood vom Royal Veterinary College haben diesen Effekt belegt, als sie die Ergebnisse der 200-Meter-Wettbewerbe bei der Indoor-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen von 2004 analysierten.

Hunde kennen das Kurven-Problem jedoch nicht. Wer schon einmal ein Windhundrennen beobachtet hat, weiß: Die Vierbeiner sind in der Kurve genauso schnell wie auf der Geraden. Den Trick dahinter haben Wilson und Usherwood jetzt enträtselt, indem sie die Lauftechnik von 40 englischen Windhunden bei Testrennen in einer Arena untersuchten.

Im Unterschied zu Menschen verändern die Vierbeiner in Kurven demnach nicht die Anzahl ihrer Schritte, da sie über eine ganz andere Form des Laufantriebs verfügen, teilte das Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC) mit. Bei menschlichen Sprintern müssen die für das Laufen eingesetzten Muskeln zugleich auch noch das Körpergewicht tragen, das eben in Kurven größer ist. Im Körper von Hunden sind diese Aufgaben hingegen verteilt: Die Hinterbeine liefern allein die für das Sprinten notwendige Kraft.

In Kurven sorgen die Hunde durch Verdrehen der Hüfte und Streckung des Rückens für unveränderten Vortrieb. Mit dem Körpergewicht und seinem Zuwachs in Kurven müssen dagegen die Vorderbeine fertig werden. Ihre Knochen, Muskeln und Sehnen ähneln passiven Federn, die einem beträchtlichen Gewicht standhalten können. Dank dieser Arbeitsteilung sind die Vierbeiner nicht gezwungen, vor Kurven einen Gang runter zu schalten.

 

Nicht so ganz wichtig

Die längste Renndistanz weltweit, bei der Greyhounds regelmäßig zum Rennen antraten, war das Rennen in Romford/England über 1.100 Meter.

Die häufigste Renndistanz, die auf den englischen NGRC-Rennbahnen (National Greyhound Racing Club) gelaufen wird, beträgt -wie auch in Irland- 480m. In USA werden am häufigsten die Distanz von 503m und in Australien werden 515m bis 520m gelaufen.

Der USA Rüde "JJ Doc Richard" hält den Rekord für ununterbrochene Siege in Serie. Er schaffte 1995 37 Siege ohne Unterbrechung.

Der höchste Kaufpreis, der bisher für einen Greyhound bezahlt wurde, beträgt 500.000 US-Dollar. Bezahlt wurde er 1986 für den US-Rüden "Ps Rambling".

Durch den USA-Rüden "Mo Kick" wurde die weltweit bisher höchste Geldsumme von 314.067 US-Dollar gewonnen. In Europa erzielte "Toms the Best" die höchste Gewinnsumme mit 118.000 englische Pfund